Digitalisierung als Zukunftschance

Seit dem Ende des letzten Jahrhunderts befindet sich der Mensch in einem großen Veränderungsprozess, auch digitale Revolution genannt. Darunter wird der Wandel verstanden, den technische Erneuerungen und der Einzug des Computers in die Privathaushalte auslösen. Ähnlich wie die industrielle Revolution, zwei Jahrhunderte zuvor, bedeutet die Digitalisierung einen tiefen Einschnitt, der das Leben aller Menschen verändert.

Besonders älteren Menschen, fällt es in vielen Fällen schwer mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Im Gegensatz zu ihnen steht jedoch die junge Generation, welche mit dem Prozess der Digitalisierung aufgewachsen und mitgewachsen ist. Aufgrund ihres selbstverständlichen Umgangs mit technischen Hilfsmitteln und Computern werden sie auch als Digital Natives bezeichnet.

Auf den schulischen Kontext bezogen gilt es nun für die Lehrenden eben diese Digital Natives zeitgemäß und ihren Fähigkeiten entsprechend zu unterrichten. Denn es ist ein Fakt, dass die Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten ist und ein geschulter und gewissenhafter Umgang mit den modernen Medien zur Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft geworden ist. Als Lernziele stehen dabei, neben dem gekonnten Umgang mit dem Computer und verschiedenster Software im zukünftigen Beruf der Schüler, auch die Sicherheit und die Verantwortung über die eigene Person, wie beispielsweise die Performance auf Social Media, im Netz im Mittelpunkt.

Schon Maria Montessori vermittelte den Leitsatz “Hilf mir, es selbst zu tun”. Ausgehend davon wird klar, wie wichtig es für Lehrpersonen heute ist selbst mit der Digitalisierung Schritt zu halten und den Schülern das nötige Know-how zu vermitteln.

Wie können die größten Lernerfolge bei Schülern erzielt werden?

Allgemein kann festgehalten werden, dass die größten Lernerfolge bei Schülern durch den gekonnten Einsatz unterschiedlicher Methoden und Materialien erzielt werden. Ein weiterer Faktor, der nicht unterschätzt werden darf, ist die Herangehensweise an den Lernstoff. In Erinnerung an die Kindheit wird jedem Menschen klar, dass im Spiel zumeist die größten Lernerfolge erzielt wurden. Eine spielerische Aufbereitung des Lernstoffs ist demnach von großem Vorteil. Dies lässt sich auch neurologisch begründen, da sich die Synapsen im Gehirn am schnellsten verbinden, wenn der Mensch in entspannter und fröhlicher Stimmung ist und der Lernstoff so am adäquatesten gespeichert wird.

Zusätzlich empfiehlt es sich, auch Aufgaben zu stellen, welche in der Gruppe gelöst werden müssen. Der Austausch und die Vernetzung des Wissens einzelner Gruppenmitglieder tragen zum Profit aller bei. Diese Aussagen gelten für alle Menschen und zu alten Zeiten der Geschichte. Der folgende Text möchte sich jedoch im Besonderen auf die Generation der Digital Natives konzentrieren und herausarbeiten wie die genannten Aspekte in Verbindung mit dem Computer und zielgerichteter Software verbunden werden können. Deshalb wird im Folgenden das Google for Education Programm erläutert, welches sich optimal für den Einsatz an Schulen eignet.

Was ist Google for Education bzw. G Suite und wie kann das Programm eingesetzt werden?

Es handelt sich bei Google for Education um einen Dienst, welcher verschiedene, für den Nutzer immer anpassbare Programme miteinander verknüpft. Zu nennen sind hierbei Webanwendungen wie Google Mail, Hangouts, Google Docs, Google Play, Google Sites, Google Classroom und viele mehr. Generell ähneln die Produkte den herkömmlichen Office-Tools, stechen jedoch durch ihre bessere Vernetzbarkeit hervor. Ein Pluspunkt ist, dass der Einsatz einer Vielzahl von Apps für Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos ist und denselben Speicherplatz bietet, wie die Apps für Unternehmenskonten. Zusätzlich besteht für den Nutzer auch die Möglichkeit im Google Marketplace weitere kostenpflichtige, aber auch einige kostenfreie Programme herunterzuladen. Diese Produktpalette wird auch die G Suite for Education genannt und ist oft in Verbindung mit den Google Chromebooks im Einsatz. Diese mobilen Computer können der G Suite Domäne der Bildungseinrichtung optional hinzugefügt werden.

Nun da in groben Umrissen erklärt wurde, was die G Suite ist und was sie beinhaltet, soll im nächsten Absatz darauf eingegangen werden, welche Vorteile durch ihren Einsatz entstehen.

Welche Vorteile entstehen durch den Einsatz der G Suite for Education?

Die Vorteile sind äußerst vielfältig, doch als erstes soll an dieser Stelle angeführt werden, dass die G Suite als Gesamtpaket eine Innovation ist, die die Digitalisierung der Schulen auf ein neues Level hebt. Denn sie bietet sowohl für Schüler als auch für Lehrpersonen viele Vorzüge. So ermöglicht der Google Classroom bahnbrechende Möglichkeiten auf sehr hohem Niveau. Die Interaktivität zwischen den Beteiligten steht dabei im Mittelpunkt, sowie die digitale Organisation des Unterrichts. Der Google Classroom hat Ähnlichkeiten mit einer Plattform auf der sowohl kommuniziert als auch aktiv gearbeitet werden kann. Der Lehrer kann beispielsweise Hausaufgaben und Ankündigungen online stellen, welche die Schüler auch dort bearbeiten müssen und die in der Folge online bewertet werden. Die Lernenden können hingegen Fragen stellen und sich untereinander austauschen.

Weitere Möglichkeiten, die die G Suite for Education bietet, sind Online-Tests, Gruppenspiele, die Lerninhalte vermitteln, und das Speichern von Dokumenten. So wird schon früh die Medienkompetenz der Lernenden gefördert und erweitert. Außerdem werden sie so auch auf den späteren beruflichen Alltag optimal vorbereitet.

Die Entstehung einer online Community, in der die Schüler sich auch selbstständig, je nach persönlichen Stärken, unterstützen können, rundet das G Suite for Education Paket vollkommen ab. Dies stärkt neben dem eigenen Klassenzusammenhalt auch klassenübergreifend das Verantwortungsgefühl füreinander. So werden gezielt und zugleich spielerisch die Soft Skills trainiert.

An welchen Schulen wird Google for Education bereits eingesetzt?

Ausgehend von den USA erobert die G Suite for Education seit einiger Zeit auch die Bildungseinrichtungen Europas und sowohl Lehrende als auch Lernende zeigen sich rund um den Globus begeistert. Eine Vorreiterrolle über den Einsatz des Programms in Österreich nimmt beispielsweise die NMS (Neue Mittelschule) in Wörgl ein, welche schon seit 2008 mit Google for Education arbeitet und sich auf dem besten Weg zur Auszeichnung “Google Reference School” befindet. Ausgestattet wurde die Bildungseinrichtung mit 25 Chromebooks, die seither ständig im Einsatz sind.

In Deutschland wird das Programm beispielsweise von der Voltaire Schule in Potsdam eingesetzt. Sowohl Lehrer als auch Schüler loben die App. Die dort arbeitende Spanischlehrerin Nadja Möhring verweist darauf, dass die Schule ein optimaler Lern- und Wohlfühlort sei. Dies wird durch den Einsatz der G Suite for Education erleichtert, da diese an den realen Lebensbedingungen der Auszubildenden anknüpft.

Fazit

Wird das Zeitalter der Digitalisierung als positive Herausforderung und als Chance für Wachstum und Entwicklung betrachtet so ist der Einsatz der G Suite for Education ein Baustein für die gelungene Vermittlung von Lerninhalten, denn das Programm unterstützt sowohl das individuelle als auch das Lernen in der Gruppe. Der Lernstoff kann optimal aufbereitet werden und die Klassenorganisation wird erleichtert. Der unter Umständen wichtigste Punkt ist jedoch die Vermittlung von Medienkompetenz, welche den Schülern nicht nur beruflich, sondern auch im privaten Bereich dienlich ist. Google for Education ist damit ein Pionierprogramm für die digitale Zukunft der Schulen.

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